Die Geschichte mit dem Wassermacher
Auf Long Island bei New York begann unser langes Kapitel mit dem Wassermacher. Dort versagte die Anlage zum ersten Mal – vermutlich, weil das Wasser einfach zu schlammig war. Obwohl wir den Wassermacher dringend gebraucht hätten, war er nicht mehr zum Laufen zu bringen. Alle meine Reparaturversuche blieben erfolglos, und selbst mit Unterstützung des deutschen Vertreters unserer Pumpe (Aqua-Base) gelang es nicht, das Gerät wieder in Betrieb zu nehmen.
In der Hoffnung, das Problem später lösen zu können, bestellte ich einige Ersatzteile – unter anderem eine neue Elektronikbox und eine neue Niederdruckpumpe – in die Schweiz, um sie bei der nächsten Gelegenheit mitzunehmen. Zusätzlich kam Urs Wüthrich mit, der sich in technischen Dingen sehr gut auskennt und mir beim Reparieren helfen wollte.
Zurück auf dem Schiff auf Long Island bauten wir gemeinsam die neue Pumpe ein. Da wir aus Erfahrung vorsichtig geworden waren, wollten wir den Wassermacher erst im offenen Meer testen, wenn das Wasser wieder sauberer war. Leider endete auch dieser Versuch enttäuschend: Schon beim ersten Einschalten zerstörte sich die neue Pumpe erneut, vermutlich weil sie zu wenig Wasser ansaugen konnte.
Urs ließ sich davon nicht entmutigen. Er tauschte danach alle Schläuche aus, reinigte jedes Teil sorgfältig, und wir bestellten ein Reparatur-Kit zu unserem nächsten längeren Aufenthaltsort nach Galesville. Einen Tag vor unserer Ankunft erhielten wir die Meldung von DHL, dass das Paket dem lokalen Lieferdienst übergeben worden sei. Doch in Galesville warteten wir vergeblich. Jeden Tag gingen wir um 15 Uhr ins Marinabüro, hofften auf das Paket – aber es kam nie an.
Schließlich entschied die Lieferfirma in den USA, uns die Teile nochmals zu schicken, diesmal mit FedEx. Leider traf das Paket erst ein, als wir bereits in die Schweiz zurückgereist waren. Als wir einen Monat später wieder zu unserem Schiff kamen, war es zum Glück noch da.
In der Zwischenzeit hatten wir in der Schweiz erneut Ersatzteile für unsere inzwischen zwei defekten Pumpen erhalten. Urs reparierte eine davon fachmännisch, und diese nahmen wir ebenfalls mit. Wieder zurück an Bord bauten wir die „neue“ Pumpe ein – diesmal zusammen mit David, einem alten Schulfreund von mir. Die Pumpe lief zwar, war aber undicht. David zerlegte sie nochmals und baute sie neu zusammen, doch leider ohne Erfolg. Wir versuchten trotzdem, mit der undichten Pumpe Wasser zu produzieren – aber es kam kein Frischwasser heraus.
Also beschlossen wir, die Firma, die uns die Ersatzteile in den USA geliefert hatte, nach West Palm Beach zu bestellen, da wir dort einen längeren Werftaufenthalt geplant hatten. Doch allein die Anfahrt hätte 600 Dollar gekostet. Deshalb entschieden wir uns, nach dem Werftaufenthalt selbst zu ihnen zu fahren. Der Werftaufenthalt verlief jedoch schwieriger als geplant (siehe separater Bericht), und unsere Zeitplanung geriet völlig durcheinander.
Als wir schliesslich extra nach Fort Lauderdale fuhren, hatte die Firma weder Zeit noch einen Platz in der Marina. Wir mussten in eine andere, sehr teure Luxusmarina ausweichen, und eine andere Firma schickte einen Techniker vorbei. Leider hatte dieser fast weniger Ahnung von Wassermachern als wir selbst. Sein einziges Ergebnis: Die Membran müsse gewechselt werden – und diese müsse aus Europa bestellt werden. Wirklich hilfreich war das nicht. Es tönte mehr nach einer Ausrede, damit seine Arbeit beendet war.
Zum Glück half uns dann Eric, ein Bekannter und Helfer aus Palm Beach. Er fand schließlich heraus, was wir schon lange vermutet hatten: Das Umschaltventil stellte nie auf „Produktion“ um, und das Wasser wurde die ganze Zeit einfach wieder über Bord geleitet. Eric zeigte uns, wie man dieses Ventil manuell umstellen kann. Endlich konnten wir – mit etwas Handarbeit – tatsächlich Süßwasser produzieren.
Er brachte uns auch gleich noch ein Messgerät mit, um die Wasserqualität zu überprüfen. Nun wissen wir wenigstens, dass das Wasser auch wirklich trinkbar ist. Wenn wir das nächste Mal aus der Schweiz zurückkommen, nehmen wir ein neues Umschaltventil, eine neue Membran und eine weitere Pumpe mit. Dann ist unser Wassermacher hoffentlich endlich wieder tipptopp – hoffentlich mindestens bis Australien.
Aber wir haben viel über Wassermacher gelernt!