Werfttage in West Palm Beach, Tag 1

Enge in der Box und erste Überraschungen

Unsere Werftzeit war bis ins Detail geplant. Das Schiff kommt aus dem Wasser, das Unterwasserschiff wird gründlich gereinigt und anschließend mit einem neuen Unterwasseranstrich versehen – dem besten, den es gibt. Mithilfe von Meara hatten wir jeden Schritt genau geplant und organisiert, sodass klar war: Am Freitagmorgen müssen wir pünktlich um 8 Uhr vor der Werft stehen.

Kurz nach 8 Uhr fuhren wir unser Schiff in die Box – auf beiden Seiten blieben nicht einmal 20 cm Platz.

Dann wurde es gleich aus dem Wasser gehoben. Kaum war das Boot draußen, begannen die Werftarbeiter bereits damit, Muscheln vom Rumpf zu kratzen und anschließend alles mit dem Hochdruckreiniger zu säubern. Währenddessen entdeckten wir das erste große Problem: Auf der Backbordseite fehlte das Ruder vollständig. Nur der Schaft war noch vorhanden. Auf der Steuerbordseite sah es kaum besser aus – das Ruder war vorne gespalten.

Unser lokaler Helfer meinte, dies sei eine bekannte Schwachstelle bei FP: Die Ruder bestehen aus zwei Teilen, die nachträglich zusammengefügt werden – ein Design, das offenbar regelmäßig versagt. Mit Hilfe von Eric, unserem lokalen Helfer, vermittelt von Meara, fanden wir einen Ersatz in Fort Lauderdale – natürlich zu einem horrenden Preis, wir brauchten es ja dringend; ein Uber sollte ihn zu uns bringen. Das verbliebene Ruder sollte ebenfalls ausgebaut und repariert werden.

Auch der Rigger war schon bei uns. Er plant ein neues, besseres Rollsystem für den Gennaker, das künftig bequem vom Cockpit aus bedient werden kann. Zusätzlich sollen mehrere Verbesserungen am Segel vorgenommen werden.

Pünktlich um 11 Uhr wurde ausserdem unser neuer Ultra-Anker geliefert – ein echtes Schmuckstück, das hoffentlich künftig deutlich besser hält.

Die Opferanoden sind ebenfalls hinüber, also werden auch diese gleich ersetzt. Die Putz- und Streichmannschaft begann unverzüglich mit ihrer Arbeit. Nebenbei erledigen wir einige kleinere Arbeiten selbst. Insgesamt lief bis dahin alles erstaunlich gut, und wir hofften, am Mittwoch weiter Richtung Fort Lauderdale fahren zu können, um dort den Wassermacher reparieren zu lassen. Das Mietauto hatten wir bereits geholt, und am Abend wollten wir in unser Airbnb einziehen.

Das Ruder war am Abend tatsächlich angekommen – nur waren wir da schon weg. Leider klappte das Airbnb überhaupt nicht. Obwohl wir es korrekt ab dem gewünschten Datum gebucht hatten, war die Bestätigung erst ab Sonntag erfolgt. Vor Ort war niemand erreichbar, und erst nach langem Telefonieren erreichten wir jemanden – ohne Ergebnis. So mussten wir kurzfristig eine neue Unterkunft für zwei Nächte suchen.